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Tipps zum Eurythmie-Üben

Die Eurythmie findet im Innern statt

Die Gebärden der Eurythmie umfassen die ganze Vielfalt innerer Bewegungsmöglichkeiten. Denn Eurythmie findet mitten im Körper statt: Die äusseren Gebärden korrespondieren mit inneren Bewegungen. 

Darum haben wir viele der Grundlagen-Videos mit bewegten Illustrationen animiert, um dir zu zeigen, wie du deine inneren Kräfte aktivieren und was du dabei erleben kannst. Schau sie dir an und versuche, die Übungen in Ruhe und aus der Erinnerung zu wiederholen. Kannst du sie selbständig mit deinem Körpergefühl nachvollziehen und erleben? Freue dich, wenn du dabei etwas Neues entdeckst.

Wie lange und wie oft soll ich Eurythmie üben?

Wie überall im Leben ist es auch bei der Eurythmie wichtig, abzuwechseln und nicht zu übertreiben. Nimm dir am besten jeden Tag ein bisschen Zeit dafür. Anfangs reichen wenige Minuten, später vielleicht 15 bis 20 Minuten. Sorge dafür, dass du während der Übungen möglichst ungestört bist.

Wenn du merkst, dass die Übungen dir gut tun und du sie regelmässig durchführen willst, empfehlen wir, behutsam damit umzugehen und auch andere Übungen und Tätigkeiten zu pflegen. Bei therapeutischem Bedarf raten wir dir, einen Heileurythmisten oder Arzt zu kontaktieren.


vlcsnap-2020-08-25-09h57m05s726.jpgBild aus unseren Eurythmischen Grundübungen


Raum und Kleidung

Unterstütze dein Üben dadurch, dass du den Raum ein bisschen vorbereitest. Je mehr Ruhe er ausstrahlt und je weniger Ablenkung es gibt, umso besser wirst du dich von innen her wahrnehmen und deine Bewegungen entsprechend ausführen und erleben können. Trage Kleidung, die sich angenehm anfühlt und dich nicht behindert.

Augen auf oder zu?

Wenn du noch nicht viel Erfahrung mit Eurythmie hast, wirst du vielleicht den Wunsch haben, die Augen bei den Übungen zu schliessen. Dann spürst du – zumindest am Anfang – einfacher, was in deinem Inneren vorgeht. Doch die Eurythmie basiert auf der Einheit deiner inneren Welt mit der Welt um dich herum. Darum halten wir die Augen offen, der Blick ist entspannt und fokussiert nicht. Wir schauen in uns hinein, aber auch in die Welt hinaus – gleichzeitig!

Hab Spass und Freude am Entdecken! Doch benutze keine Spiegel, um zu schauen, ob du alles ‘richtig’ machst – darauf kommt es nicht an! Arbeite mit deinem inneren Gefühl und richte dich von innen her neu aus. Du hast alles, was du brauchst, in dir!

 

Worauf du beim Üben achten solltest

Die GEP’s der Guten Eurythmie Praxis [1]

Wie beginnen

  • Nimm dir Zeit, in deiner Mitte anzukommen.
  • Spüre durch deine Hände in dich hinein und lasse den Körper darauf reagieren.

Worauf achten

  • Führe die Aufgaben so aus, wie du sie verstanden hast und vermeide, das Gezeigte zu imitieren.
  • Die Wirkung kommt von dem, was du versuchst, und nicht davon, wie «gut» du es machst.

  • Spüre während der Ausführung einer Bewegung auch deinen Körper.
  • So engagierst du dich in der Tätigkeit und bleibst gleichzeitig bei dir.

  • Bringe deine Hände am Ende einer Übung entspannt zum Herzen zurück.
  • Erlaube deinem Atem zu reagieren, und lasse erst dann los.

Wonach streben

  • Versuche, bei allen Bewegungen die Gegenströme und ihre Wirkung zu beobachten.
  • Wenn du die Ausführung der Bewegung und zugleich deinen Körper spürst, entstehen die Gegenströme von allein.
  • Gegenströme treten gleichzeitig mit der Bewegung auf oder, als Folge des Loslassens, im Nachhinein.

  • Versuche die Bewegung so zu führen, dass sie wie von alleine entsteht.
  • Entdecke, wie du das durch Aktivität in verschiedenen Orten in deinem Körper unterstützen kannst.

  • Hast du Momente erlebt, in denen du das Gefühl hattest, dass du die Bewegung nicht selbst gemacht hast?
  • Merkst du, wie du durch eine Übung aufrechter wirst?
  • Drückt dein Körper durch eine vertiefte Atmung Dankbarkeit aus?
  • Wunderbar, nimm es einfach wahr.

Wie aufhören

  • Mach den Weg zum Hinsetzen achtsam, um das, was aufgebaut wurde, nicht zu verlieren.
  • Nimm dir Zeit zum Nachlauschen und wahrzunehmen, was in deinem Körper nachklingt.

  • Es kommt nicht darauf an, dass du beim Nachlauschen besonders viele und tiefe Wahrnehmungen hast.
  • Jeder kleine Eindruck oder jedes innere Gefühl ist in Ordnung.
  • Sei offen für Überraschungen.

  • Dein Körper ist auch nur ein Mensch!
  • So wie du, ist auch er unendlich dankbar, wenn er sich wirklich wahrgenommen fühlt.


[1] Die GMP-Richtlinien (Good Manufacturing Practices) stellen Mindestanforderungen dar, die ein Heilmittelhersteller erfüllen muss, um zu verhindern, dass dem Endverbraucher Schaden zugefügt wird. Die GEP-Richtlinien (Good Eurythmy Practices) sollen dem Anwender helfen, sich die Grundlagen der Eurythmie selbständig und sicher zu erarbeiten.