Wie sollen die ABSR-Kurse künftig heissen?

Wäre es nicht sinnvoller gewesen, einen "ganz eigenen" Namen zu finden?

Das hat uns Rainer Herzog in einem Facebook-Post gefragt.

Eine Frage zu dem Namen des Kurses: Es gibt ja seit über 20 Jahren das MBSR, die "Mindfulness Based Stress Reduction" Methode, die sehr erfolgreich Elemente der Achtsamkeit/Meditation vermittelt. Wäre es nicht sinnvoller gewesen, einen "ganz eigenen" Namen zu finden? Es entsteht ansonsten ein wenig der Eindruck, auf einen erfolgreichen/bekannten Zug aufspringen zu wollen.

Das war unsere Antwort – Wenn ihr noch mehr Gedanken dazu habt, schreibt sie in den Blog.

Hallo Rainer. Das ist eine sehr gute Frage, die wir auch immer wieder diskutieren.

Im Eurythmy4you-Team wechseln wir intern zwischen den Namen Anthroposophie-basierter und Aktivitätsbasierter Stressbewältigung hin und her. Auf Englisch heisst es Antroposophy Based Stress Release bzw. Activity Based Stress Release. Beides lässt sich gut mit ABSR abkürzen.

Aktivität im Alltag und in der dazugehörenden Eurythmie, das ist der Kernaspekt des Programms. Anders als in den bekannten achtsamkeitsbasierten MBSR-Kursen wird in den ABSR-Kursen nicht die Meditation, sondern das Ergreifen, Durchdringen und spielerische Verändern von Aktivitäten im Alltag als Mittel zur dauerhaften Stressbewältigung auf acht Stufen für sieben Formen der Nervosität in den Vordergrund gestellt. Ausgangspunkt und Inspirationsquelle dafür ist Steiners Vortrag Nervosität und Ichheit.

Die Nervositätsübungen Steiners sind, und das ist nicht so bekannt, eine praktische Anwendung des von ihm hochgeschätzten achtgliedrigen Pfades. Dieser Bezug zum achtgliedrigen Pfad Buddhas bildet die Brücke zu den achtsamkeitsbasierten MBSR-Stressbewältigungsprogrammen. Die MBSR-Programme beruhen auf buddhistischen Meditationspraktiken und Werten. Zentral steht der sogenannte Body Scan. Die beiden Programme haben also denselben Vater und sind sozusagen Geschwister. Das darf (oder sollte?) schon sichtbar werden.

Wenn du einen anderen Namen weisst, der Freude macht, prägnant ist und für die Kommunikation gut geeignet ist, freuen wir uns, und ich kann mir gut vorstellen, irgendwann umzustellen. Im Moment haben wir uns halt inhaltlich definiert und positioniert und halten ABSR für angemessen. Und es ist schön, dass dadurch inhaltliche Diskussionen wie diese hier angeregt werden.

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Nein! Es geht uns nicht um Aufspringen auf den Erfolgs-Zug des MBSR, das ginge gar nicht. Es geht vielmehr darum, die zwei Ansätze gegeneinander abzugrenzen und Bewusstsein für den Unterschied zu erzeugen. So wie wir das jetzt gerade miteinander tun.

Ja! Erfolg haben und 100'000e Menschen erreichen, so wie die MBSR-Programme, das wünschen wir der Aktivitätsbasierten Stressbewältigung in der Tat. Das halten wir bei den gegenwärtigen gesellschaftlichen und individuellen Herausforderungen sogar für wichtig.

Wir sind dabei, die ABSR-Programme zu evaluieren und wissenschaftlich zu erforschen. Da könnte es sehr sinnvoll sein, die MBSR-Programme, die aufgrund ihrer Beziehung zum Buddhismus und zum achtgliedrigen Pfad ebenfalls acht Wochen dauern, als eine Nichtplacebo-Vergleichsgruppe parallel durchzuführen. Nicht, um zu schauen, wer ist besser (denn MBSR ist nachgewiesenermassen ebenfalls sehr wirkungsvoll), sondern um die Mechanismen der Selbstentwicklung, Selbstfindung und Selbstführung immer besser verstehen und kommunizieren zu können.

Deshalb suchen wir nach Kliniken, Ärzten, Psychologen, Therapeuten und Selbsthilfegrupppen, die den ABSR-Kurs in Rahmen ihrer Angebote entweder stationär oder in der Nachsorge anbieten und mit uns erforschen wollen. Schau mal auf unsere Forschungsseite, da findest du erste Ergebnisse eines nichtgeführten ABSR Gruppenkurses aus dem Jahr 2019.

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Ja, was meint ihr? Wie sollen die ABSR-Kurse künftig heissen?

7 Kommentare

Hallo, Theodor
Gedanken zu Namensgebungen?

  • Aktivitätsbasierte Stressbewältigung & Regulationsübungen“ ?
  • Aktivität-Bewegung-Spielerische-Regulation
  • für Menschen ab …“10 - 110 Jahre“?
  • absr // * aktiv-bewegt-spielerisch-regenerieren?
  • dazu Texte die Fach-Beschreibung, Quellenangaben, Parallelen zu erfolgreichen Therapieangeboten.
  • Engl. ABSR- Überschrift würde ich nicht ändern)

Wüsste ich nichts von Anthroposophie, Therapieformen usw, lese jedoch, dass es um Leichtigkeit, Entdecken, Erforschen und differenzierte Körperwahrnehmungen geht und ich ohne jeden Stress jederzeit körperlich arbeiten kann und erfahre, dass es an jede Körpersituation angepasst werden kann und dazu keine Vorkenntnisse braucht, sehe ich eigentlich ein einige hochbeglückte Senioren, die gerne und mit Freude dabei sind.

Wenn etwas nicht zu schwer erscheint ist auch der Mut dazu nie weit.
Selber möchte ich dabei auch das Gefühl bekommen, meine Intuition zur Veränderung somatischer Grundmuster auch selber erreichen zu können und dass es immer umsetzbar bleibt, dazu grossen Spass macht!
Auch dass ich allein oder in Gruppen arbeiten kann.

Wenn ich also keine Ahnung von antroposohischer Kultur habe oder anderenteils eben nur die üblichen Vorurteile … Beispiel:

da begegenete ich einer befreundeten Feldenkraisfrau, der ich vom ABSR Kurs begeistert berichte. Sie stellte mir dann die Frage - Warum „ausgerechnet Du“ warum diese Wahl? Warum nicht Feldenkrais mit mir, und „ja, sie gehe ja an schon die Weihnachtsbasare in den Steinerschulen“,

so evoziert mir Ihre Bemerkungsweise, meine Entscheidung sei zwar „ akzeptiert“, doch dass sie „gerade dies“ von mir nicht versteht“. (Vor Jahren hatte ich Übungen mit ihr gelernt. Selber und auch dadurch nun in den ABSR Kursen, empfand ich Wahrnehmungs-parallen zu der Qualität der ABSR Ergebnisse auf einer ebenbürtigen Basis.

Auch in der Familie gibt es Personen, die das was ich da mache, gut heissen, andere haben ZB ungute Erfahrungen als Waldorfschüler gemacht und können nicht wirklich verstehen, warum ich das jetzt so gerne mache.

Bleibt die Frage, wo Schwerpunkte sein sollen, wenn es eben doch auch um Vermarktung geht. Soll tatsächlich schon ein Fachbegriff her?

Die Frage bleibt ja wohl, dass „anthroposophisch“ für „ Skeptiker“ ein Reizwort darstellt und daher nur übliches Schubladendenken aktiviert wird. Was ich gut auch unter Ausgrenzungen erkenne.

Ich würde einfach eine Überschrift machen wie die Letzte oben mit den kleinen Buchstaben unter dem Motto: *absr: herzlich willkommen, probier es aus, lohnt sich, macht Freude, bessert Immunsystem und Gesundheit. Du triffst Dich mit andern und hast Austausch, wenn Du magst, kannst Du weiter geben, was Dir selber gut tut!

Die andere Frage würde für mich heissen, stehe ich 100% dazu, dass es eben mit Antroposophischen Kenntnissen zu tun hat und durchaus auch fachberuflichen Hintergrund hat.
Dass der Kursaufbau weder verfälscht oder abgeflacht werden soll. Das Vorurteile für einen selbst nicht relevant sind und man eben zu der E4you und den Quellen dazu öffentlich steht. Ausgrenzung in Kauf nimmt?

Für mich sind Aspekte: spielerisch, heilend und Gruppenerfahrung ausschlaggebend.

Webinar: erst in zweiter Linie und zeitlich auf die Lernprozesse begrenzt.

Jedenfalls wünsche ich Euch Glück mit dem Namen- finden Eures wunderschönen ABSR- Babys

Lgr Jsabel

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Liebe Jsabel,

Mich interessieren die "Skeptiker" nicht. Da balle ich einfach die Faust. Am liebsten ganz sanft.

Ein Mercedes ist ein Mercedes und bleibt ein Mercedes. Und eine Greta ist eine Greta und bleibt eine Greta.

Und eine Kirche oder Minarett oder eine Synagoge haben oben den Windkraft-Dreistern, in der Mitte die Sonnenkollektoren und unten "die kleine A-nthro-po-Theke an unserer Ecke, in der das Leben noch lebenswert ist..."

So einfach ist das ;)

"Schwerter zu Pflugscharen, ev. Kirchen zu Moscheen!"

Herzlich

Ralf

alias IM Troubadix

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Hm, das ist schwierig.

Ja - der Kurs ist anthroposophisch. Das wird man nicht verheimlichen können. Ich verstehe die Intention, auch andere Menschen erreichen zu wollen, weil man eben möchte, dass andere auch das Gute an der Anthroposophie kennenlernen.

Doch ich denke, dass sowieso nur die Leute kommen werden, die eben kommen werden. :-) Nur wer offen dafür ist, wird an dem Kurs teilnehmen. Wer nicht offen ist, dem wird auch ein harmloser Name nichts nützen. Er wird es ja eh bald merken... spätestens beim Wort Eurythmie :-) Ich denke, man kann es nicht forcieren. - So gerne man es auch will.

ABSR ist irgendwie stimmig und ja auch mit Energie schon aufgeladen. Und ich finde auch die Assoziation zu MBSR nicht schlimm. Gibts halt auch einen ABSR-Kurs, anthroposophisch. So what. Und derjenige, der eben da einen Zusammenhang bringen möchte, wird ihn bringen. Ein anderer nicht.

Andererseits könnte ein neuer Name auch eine Veränderung mit sich bringen, vielleicht mit Frische und Leichtigkeit verknüpft, vielleicht mit neuen Werten...

Also Namensänderung - ja oder nein. Diesbezüglich könnten wir die  Entscheidungsübung anwenden :-D

Ich finde kurz immer besser.  (ASR gibts schon) - Aktivitäts Basierte Stress Reduktion / Anthroposophie Basierte Stress Reduktion (geht für mich beides)

kleingeschrieben:     absr

StressreRuktion durch bewusste Aktivität - SRA oder SRBA oder SRbA

Oder davon ganz weg... ? Was wäre dann möglich? Der ABSR-Kurs basiert ja auf den Übungen von Rudolf Steiner.

Grundsätzlich ist wichtig, die Motivation immer wieder zu überprüfen und die Basis zu überblicken und dann zu schauen, ob das Anziehen vieler Menschen dem gewachsen wäre. Wenn das stimmig ist, dann wird es in die Welt ausstrahlen und es wird Rückwirkung geben, Resonanz. Ganz von alleine. Wenn nicht, ist noch zu korrigieren. So etwas braucht Zeit und sehr viel Geduld! Es ist ein Prozess.

LG Karsta

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Am 10.09.2020 um 12:31 schrieb Theodor Hundhammer:

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Guten Tag,

ich möchte gerne am Webinar, das am 27.September losgeht, teilnehmen.
Ich habe mehrmals vergeblich versucht, mich anzumelden. Jedesmal nachdem
ich alles ausgefüllt hatte, funktionierte “complete purchase” nicht.
Ich würde so gern mitmachen, bitte helfen Sie mir.

herzlichen Dank
Ursula Wachendorff

Am 10.09.2020 12:31 schrieb Theodor Hundhammer:

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Danke für Eure Überlegungen zu ABSR! Hier meinen Standpunkt dazu:

Ich erachte die aktuelle Namensgebung als sinnvoll, weil sie die aktive bzw. anthroposophische Seite der Achtsamkeit aufzeigt.Das Wortspiel/Wortwechsel mit aktivitäts -anthroposophisch oder achtsamkeitsbasiert ist genial und gelungen!  Die parallele zum MBSR darf durchaus bestehen, dadurch entsteht eine Erweiterung des Themas für Menschen, die weniger auf mindfulness ansprechen. Wenn ABSR konkurrierend mit MBSR in Verbindung gebracht wird, würde ich antworten: Lernen wir die Vielfalt der Angebote als Kooperation/ Bereicherung/ Erweiterung zu sehen! Die Konkurrenz-Brille  bzw. der Kooperations -Blick stecken ja in mir drin -  ABSR kann  sogar eine Hilfe sein, den Wandlungsprozess von Konkuurenz zu Kooperation bewusst zu etablieren. 

Zum aktuellen Stand: Der ABSR- Kurs hat schon weite Kreise gezogen außerhalb und in der anthroposophischen Szene, der Kurs ist aber doch noch nicht so etabliert, dass ihn jeder Angesprochene sofort kennt - also mitten im Werden. Deshalb fände ich momentan einen Namenswechsel äusserst unglücklich - die Gefahr ist zu gross, dass ihn die Vielen,(gerade Psychologen/Therapeuten) die ihn als zukünftige  Option in ihrem Gedächtnis haben, nicht mehr finden. Der bisherige Name ist vielerorts eingeprägt und für Newcomer einprägsam.

Pascale Fischli, ABSR-Coach

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Liebe Pascale,

Zu 100% richtig!

Danke für eure Arbeit!

Herzlich

Ralf Weide

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