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E-Engel

Vokal Engel E1.pngInterpretation des «E»-Engels in der Kreuzigungsszene*

Wir falten die Hände nicht nur im Gebet. Wir tun das auch in Momenten, in denen die Gefahr besteht, dass ein seelischer oder physischer Schmerz uns zerreisst. Beim Zahnarzt überkreuzen wir die Füsse, um uns besser gegen den Schmerz zu behaupten. In Meetings überschlagen wir die Beine, um uns besser zu spüren und nicht mit den Gedanken abzuschweifen oder gar einzuschlafen.

Wenn ich Finger, Arme oder Füsse verschränke und das innerlich mitvollziehe, verbinde ich meine linke und rechte Seite, meine männlichen und weiblichen Aspekte. Ich stelle meine „Fassung“ wieder her. Das macht es mir leichter, in schwierigen Situationen neuen Mut zu fassen und die Hoffnung nicht zu verlieren.

Das «E» gehört zum Mars, der männlichen, formenden Kraft. Konfliktfähigkeit, Kampfwille, Durchsetzungsvermögen, Erneuerungskraft und Zielstrebigkeit sind einige seiner wichtigsten Charaktereigenschaften. Als Organ ist ihm die Galle zugeordnet.

Kreuzungen sind Orte von Begegnung, von Austausch – in welcher Form auch immer. In der Eurythmie ist jede Kreuzung von Körperteilen oder von Energien ein «E».

Das «E» ist wie alle Vokale ein Herzlaut, selbst wenn es wild und kriegerisch daherkommt: aus der Mitte gebildet und von innen durchstrahlt.

* Bildausschnitt aus Giovanni Donato da Montorfano, Kreuzigung, Santa Maria delle Grazie in Mailand. Erläuterung am Kursanfang.