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Woher wissen die unteren Sinne, dass sie gemeint sind?

Wenn wir mit den Eurythmie-Übungen für die unteren Sinne beginnen, haben wir dafür eine ganze Reihe von Gebärden (Vokale, Konsonanten, Töne, Rhythmen mit Armen und Beinen) zur Verfügung. Doch wie können die unteren Sinne wissen, dass sie gemeint sind, und dass die Übungen gerade ihnen zur Nahrung und Stärkung dienen sollen?

Diese Frage ist schon für sich anspruchsvoll genug. Sie wird noch anspruchsvoller vor dem Hintergrund, dass Rudolf Steiner selber jedes Jahr andere Reihenfolgen und Zuordnungen der Sinne zu den Tierkreiszeichen und damit ihrer Verankerung im Leib gegeben hat. Haben die oberen Sinne meistens gleiche oder ähnliche Zuordnungen, purzelt es bei den unteren munter herum. Im Anhang findet ihr eine Übersicht.

Der Schlüssel ist, dass im Prinzip jede Ordnung funktioniert, wenn man weiss, warum man diese wählt. Wichtig ist nur, dass der Organismus sich verstanden fühlt und dazu ja sagen kann. Die Einteilung muss Sinn machen, für dich und den Körper nachvollziehbar und irgendwie beim Üben spürbar sein. Den folgenden Überlegungen legen wir Rudolf Steiners letzte Einteilung von 1921 zugrunde.

Die unteren Sinne verbinden uns mit den Substanzqualitäten der Elemente:

Gleichgewichtsinn (Wärme)
Bewegungssinn (Luft)
Lebenssinn (Wasser)
Tastsinn (Mineral)

Die oberen Sinne verwandeln das Elementarische ins Ätherische und vergeistigen die Sinneswahrnehmungen.

Hör- und Tonsinn (Mineral, Lebensäther)
Laut- und Wortsinn (Wasser, Klangäther)
Denk- und Begriffssinn (Luft, Lichtäther)
Wesen- und Ichsinn (Wärme, Wärmeäther)

Nun kann man entdecken, dass zwischen den unteren und den oberen Sinnen eine Beziehung besteht:

Gleichgewichtsinn und Hörsinn
Wenn ich mich hinstelle und versuche, in alles, was irgendwie Gleichgewichtsempfinden ist, hineinzuspüren, kann ich bemerken, dass das Gleichgewicht eigentlich als ein Nichts erlebt wird. Sobald sich etwas bewegt, sobald etwas irgendwo drückt, ist es schon nicht mehr im Gleichgewicht. Und dann merkt man, es ist ein ähnlich tiefes Erlebnis wie beim Hören, wenn man sich der Stille öffnet.

Bewegungssinn und Wortsinn
Der Bewegungssinn nimmt die eigene, innere Bewegung wahr, ein Gleiten von Muskelschicht auf Muskelschicht. Je nachdem, wie ich mich bewege, welche Gebärden ich mache, bekommt das eine andere Wirkung. Das Wort ist eine Bewegung von Buchstabe zu Buchstabe und bildet aus dieser Bewegung ein Gefäss für einen Inhalt.

Lebenssinn und Denksinn
Der Lebenssinn hat einen Überblick über die Vorgänge im Leib und fasst das zu einem Gesamtgefühl zusammen. Der Denksinn vernetzt die vielen Aspekte einer Sache zu einem Begriff, von dem man weiss, was in ihm enthalten ist.

Tastsinn und Ichsinn
Beim Tasten, zum Beispiel um aus einem dunklen Raum herauszufinden, spüre ich tief in mir: das ist Holz, das ist Stein, das ist Eisen, was ich da berühre! Beim Ichsinn geht es auch darum zu spüren, wer steht da vor mir.

So wird die Reihenfolge der unteren Sinne, Gleichgewichtsinn - Bewegungssinn - Lebenssinn - Tastsinn, nachvollziehbar und der Gleichgewichtssinn erscheint als ihr Eingangstor. Wir können darauf vertrauen, dass Eurythmie-Übungen, mit denen wir uns in diese Ordnung hineinleben, verstanden werden und ihre Wirkung entfalten können.


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